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Fundstelle des Originaltextes: BAnz. 2006, Nr. 60, Beilage Nr. 60a, 209 - 212
Das in der praktischen Ausbildung zum Erwerb der Berechtigung zur praktischen Ausbildung von Segelflugzeugführern verwendete Segelflugzeug muss für die Ausbildung geeignet sein. In der praktischen Ausbildung sind dem Bewerber die erforderlichen praktischen Fähigkeiten zum zu vermitteln. Die Flüge sind so anzulegen, dass alle Bereiche der Segelflugausbildung dargestellt werden. Die Flugausbildung auf dem Sitz des Fluglehrers muss mindestens 15 Starts, darin enthalten die Startarten Schleppstart hinter Luftfahrzeugen und Windenstart, mit dafür von der zuständigen Luftfahrtbehörde anerkanntem Lehrberechtigtem umfassen. Darüber hinaus können Übungen zur Wiederholung und Vertiefung auch mit einem anderen Bewerber geflogen werden. In der Flugausbildung müssen folgende Übungen enthalten sein: Bei sämtlichen Übungen ist der Bewegungsablauf so zu erklären, dass das gesprochene Wort mit der Bewegung des Flugzeugs übereinstimmt. Die häufigsten Steuerfehler sind vom Lehrberechtigten zu demonstrieren und müssen vom Bewerber erkannt und angesprochen werden. Um eine methodische Einheitlichkeit des Ausbildungslehrgangs sicherzustellen, sind nachfolgend die Lehrübungen nur in ihrer Form und Reihenfolge erklärt, ohne auf jedes zur Schulung verwendete Segelzeugmuster einzugehen. Allgemeine Einführung Sie umfasst die Erklärung des gesamten Flugzeugs sowohl von innen als auch von außen. Sie vermittelt Kenntnisse über die Anordnung von Bedienungshebeln, Steuer- und Trimmbetätigung, der Instrumente sowie der Notausrüstung. Anweisung über das Ein- und Aussteigen, Anschnallgurte, Bedienen der Steuerorgane und richtige Benutzung des Notausstiegs und der Notausrüstung. Vorbereitung und Beenden eines Fluges Gewöhnungsflug Wirkung der Steuerorgane Rollen am Boden Geradeausflug Kurven Einteilung der Kurven in flache, mittlere und steile Kurven Überziehen, Abkippen und Trudeln im Geradeaus- und Kurvenflug Steilspirale Ursachen Anmerkung: Unterschiede zwischen Steilspirale und Trudeln sind zu demonstrieren. Platzrunde Seitengleitflug Ziellandung Notlandungen Anmerkung: Diese Übung ist mit einem Reisemotorsegler mit Motor im Leerlauf durchzuführen. Das Aufsetzen ist nur zulässig, wenn die rechtlichen Voraussetzungen erfüllt sind.
sicheren und verantwortlichen Führen des Segelflugzeuges vom Sitz des Fluglehrers
Anleiten eines Flugschülers zum Ausführen der für die ordnungsgemäße und sichere Durchführung eines Fluges erforderlichen Handlungen, insbesondere
Steuerung der Aufmerksamkeit und Aufmerksamkeitsverteilung
Üben des Blickverhaltens
Erkennen des notwendigen aktiven Eingreifens in die Fortsetzung des Fluges bei Fehlreaktionen des Flugschülers
Befinden des Schülers und Zweckmäßigkeit seiner Bekleidung
Übernahme des Flugzeugs, Vergewisserung über den technischen Klarstand anhand der Bordunterlagen, des Betriebshandbuches und der Klarlisten
Erteilung und Annahme eines fest umrissenen Flugauftrags
Außenkontrolle, Innenkontrolle, Kontrolle vor dem Start, ggf. Anfordern der Start- und Flugfreigabe durch Sprechfunk
Überprüfung vor dem Verlassen des Flugzeugs, Ausfüllen der Borddokumente, Meldung von Beanstandungen
Nachbesprechung
Für den Bewerber dient der Flug dazu, ihn an das Fliegen vom Sitz des Lehrberechtigten heranzuführen und ihn mit der Umgebung des Flugplatzes aus der Luft vertraut zu machen.
Flugschüler sollen an das Fliegen herangeführt und zur Fortsetzung der Ausbildung motiviert werden. Kunstflug oder Besondere Flugzustände sind bei diesem Flug zu unterlassen.
Für den Flugschüler, der bereits geflogen ist, dient dieser Flug lediglich zur Eingewöhnung auf ein neues Segelflugzeugmuster
Erklärung der Bewegungen um die Querachse durch Vor- und Zurückbewegen des Steuerknüppels, um die Längsachse seitliches Bewegen des Steuerknüppels und um die Hochachse durch Betätigung des Seitenruders. Hinweise darauf, dass alle Bewegungen relativ zum Flugzeug immer gleich sind, unabhängig davon, in welcher Lage es sich befindet.
Wirkungsweise und Empfindlichkeit der einzelnen Ruder bei
unterschiedlichen Geschwindigkeiten
unterschiedlichen Fluglagen
Folgewirkung bei Betätigung des Seitenruders oder des Querruders
Seitenruder−Drehen um die Hochachse −Rollen um die Längsachse −Gefahr der Entwicklung zur Steilspirale als Folge der Einzelbetätigung des Seitenruders
Querruder−Rollen um die Längsachse −Drehen um die Hochachse −Neigen um die Querachse −Entwicklung zur Steilspirale als Folge des seitlich angeblasenen Rumpfes und des Seitenleitwerks durch das Rutschen
Hinweise auf die gleiche Endwirkung, daher notwendiger Ausgleich zum Gebrauch beider Ruder
Auswirkung der Massenträgheit
Auswirkung des negativen Wendemoments
Aerodynamische Auswirkung bei
Betätigung der Trimmung
Betätigung der Landehilfen
Betätigung der Störklappen
Wirkungsweise der Steuerorgane und Bremsen
Beibehaltung der Flugrichtung und Fluglage
Einhalten der richtigen Fluglage in Bezug auf den Horizont und der Richtung, Gebrauch der Trimmung, Auswertung der Instrumente
Ablesen der Flugüberwachungsinstrumente
Überwachen des umgebenden Luftraums
Einleiten der Kurve aus dem Horizontalflug unter richtiger Anwendung der Ruder
Beibehaltung der Schräglage und der Drehgeschwindigkeit (Rate of Turn)
Ausleiten aus der Kurve
Steig und Sinkflugkurven
Steilkurven
Mögliche Kurvenfehler, Abkippen in der Kurve
Thermikflug
Kreisen in der Thermik, zentrieren, gemeinsamer Kreisflug
Überwachen des umgebenden Luftraums
Verhalten bei Überziehen, Abkippen und Trudeln
Richtung halten während des Abkippvorgangs
Beendigung des Überzogenen Flugzustandes bzw. Abkippens durch Nachdrücken (geringster Höhenverlust)
Hinweise auf die Gefahr nochmaligen Abkippens durch zu schnelles Abfangen
Einleiten und Beenden des Trudelns
Einleiten der Steilspirale
Erkennen der Steilspirale
Beendigung der Steilspirale
Richtige Anwendung der Ruder beim Beenden
Start, Querabflug, Gegenanflug, Queranflug, Endanflug, Landung
Windenstart
Ausrichtung des Segelflugzeuges in Startrichtung
Richtung halten
Einfluss durch Wind, richtiger Gebrauch des Höhenruders, Beachten der Geschwindigkeit
Schleppstart hinter Luftfahrzeugen
Ausrichtung des Segelflugzeuges
Richtung halten
Einfluss durch Wind, richtiger Gebrauch des Höhenruders, Beachten der Geschwindigkeit
Beibehalten der Fluglage hinter dem Schleppflugzeug
Übergang in den Horizontalflug; Beibehaltung der Fluglage
Kurve in den Gegenanflug
Gegenanflug, Anflug der Position, Überprüfung aller Instrumente und Bedienungshebel laut Klarliste, Abstand zur Landebahn
Einnehmen der Landeanfluggeschwindigkeit
Kurve in den Queranflug
Sinkflug in die Endanflughöhe, richtiges Sinkverhältnis in Bezug zum räumlichen Abstand zur Anflugrundlinie unter Berücksichtigung des Windes
Landekurve, Beenden der Kurve in Startbahnverlängerung, ggf. Berücksichtigung des Seitenwindes
Richtige Sink- bzw. Gleitfluggeschwindigkeit, Betätigung der Bremsklappen bei entsprechender Fluglage
Abfangen und Ausschweben
Durchziehen zur Landung, Landetechnik, Richtung halten beim Ausrollen
Zusätzlich sind zu üben:
Langer Anflug und Landung ohne Bremsklappen
Landeanflug mit anschließender kurzer Landung
Verhalten bei zu niedrigem und zu hohem Anflug
Landung aus einer Position außerhalb der Platzrunde
Technik und Gefahren von Rücken- und Seitenwindlandungen, zulässige und demonstrierte Seitenwindkomponente
Seitengleitflug im geraden Anflug
Einleiten aus der Gleitfluggeschwindigkeit, Reihenfolge der Steuermaßnahmen, Richtung halten, Sinkrate, Geschwindigkeit
Beenden, Reihenfolge der Steuermaßnahmen, Richtung halten, Beibehalten der Gleitfluggeschwindigkeit
Ziellandeübung mit Aufsetzen innerhalb von 100m nach dem Landezeichen
Startunterbrechung
Nachdrücken und Richtung halten
Beachten der Geschwindigkeit
Gebrauch der Bremsklappen
Entscheidung zum weiteren Verfahren
Außenlandeübungen
Auswahl der Landeflächen, Beachtung von Windrichtung und Geschwindigkeit